Kelten & Wein

Beim Blättern durch eine Architekturfachzeitschrift fiel meinem Freund eine Erwähnung des Keltenmuseums in Glauberg auf, das mit einem hessischen Architekturpreis ausgezeichnet wurde. Uns beiden war das Bauwerk bis dato unbekannt, und da wir beide architekturbegeistert sind, Glauberg sozusagen „um die Ecke“ ist und der Sonntag mit reichlich Sonnenschein lockte, entschieden wir uns kurzerhand zu einem kleinen Sommerausflug. In unserer Vorstellung sahen wir uns auf dem menschenleeren Hügel stehen – nichts als Weite, eine fantastische Aussicht und beeindruckende Architektur …


Die Wirklichkeit sah allerdings anders aus: Bereits in Nidda fanden wir uns inmitten eines Radrennens wieder und wurden mehrfach umgeleitet, bis wir endlich in Glauberg, einem bedeutenden Grabungsort in der Wetterau, ankamen. Schon auf dem Weg zum Glauberg beschlich uns eine leise Vorahnung, dass wir nicht die einzigen sein würden, die sich dieses Museum ansehen wollten, und wir vermuteten, dass der Glauberg möglicherweise das Ziel der Radrundfahrt sein könnte. Am Gipfel angekommen (vor uns ein vollgestopfter Reisebus) wurden wir von Polizisten in den aus allen Nähten platzenden Parkplatz „eingewunken“. Bei dieser Gelegenheit fragte ich einen der netten uniformierten Herren nach dem Grund für den unglaublichen Rummel auf dem Glauberg und zauberte damit ein mildes Lächeln auf sein Gesicht:Heute ist die Eröffnung des Keltenmuseums – ich dachte, Sie wären deshalb hier. Also ich darf ja nichts sagen, aber ganz unter uns …: Wenn ich Sie wäre, würde ich an einem anderen Tag wiederkommen.
Mit diesem gut gemeinten Ratschlag hat uns der Polizist (ein echter Freund und Helfer!) viel Stress erspart – dafür an dieser Stelle noch einmal meinen herzlichsten Dank!
Da an diesem Tag weder von menschenleerer Weite noch von fantastischen Aussichten die Rede sein konnte, haben wir uns entschlossen, das Keltenmuseum zu einem Zeitpunkt zu besichtigen, an dem es auf dem Glauberg nicht von Imbisswagen und Reisebussen wimmelt. Und da die Kelten und der Wein ja untrennbar zusammengehören, haben wir – sozusagen als Hommage an den keltischen Weinbau – den sommerlichen Sonntag mit einem leckeren Weißwein auf dem Balkon ausklingen lassen …
Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Ausflug zum Keltenmuseum Glauberg! Der Weg dorthin lohnt auf jeden Fall!

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